Studentische Gemeinschaften entstanden naturgemäß mit den ersten Universitäten. Als erste Organisationsform ist die Burse zu nennen. Bursa bedeutete ursprünglich Geldbeutel (Börse) und bezeichnet ein Haus, das von einer aus einem gemeinsamen Beutel lebenden Gesellschaft bewohnt wird. Eine Burse bestand aus einem heizbaren Unterrichts- und Eßraum, um den herum die Schlafräume der Scholaren lagen, die Leitung oblag einem Magister. Korporativer waren schon die sogenannten nationes. Sie hatten ihre eigenen Schutzheiligen und Feste, verfügten sogar über ein eigenes Vermögen. Meist waren sie nach sprachlicher Herkunft der Mitglieder organisiert. So gab es in Paris ab 1442 eine Deutsche Nation, der allerdings auch die Engländer, Skandinavier und sogar Ungarn und Slowenen angehörten. Vom ausgehenden Mittelalter entwickelten sich zwischen Reformation und Revolution die studentischen Organisationsformen weiter. Ein wichtiger Schritt zur Entstehung der späteren Korporationen bzw. Verbindungen waren Ende des 18. Jahrhunderts die studentischen Orden. Sie standen den Gedanken der Freimaurerei sehr nahe und waren überörtliche Dachorganisationen mit zwei oder mehr Logen unter einem gemeinsamen Ordensmeister und einer Hauptloge.

Vorläufer der heutigen Verbindungen waren die Kränzchen. Sie entwickelten in geselligem Beisammensein Regeln für die Abläufe ihrer Festivitäten, aus denen sich der Komment entwickelte, d. h. das Regelwerk, das in Abwandlungen auch das waffen- und farbenstudentische Leben der heutigen Korporationen regelt.

Aus diesen Kränzchen entstanden im Übergang vom 18. zum 19. Jahrhundert die ersten Corps. Die beziehungsreichen Wurzeln für dieses französische Wort sind das lateinische corpus (Körper) und das griechische choros (Chor(-tanz)). Die Corps führten zwei neue Bräuche ein, die viele Verbindungen noch heute pflegen – sie trugen Band und Mütze. Allen Corps gemein ist das Conventsprinzip (Entscheidungen werden gemeinsam und demokratisch getroffen), Couleurprinzip (Farben werden in Form von Band und Mütze getragen), Lebensbundprinzip (die einzelnen Corpsbrüder bilden eine generationenübergreifende Gemeinschaft), Toleranzprinzip (Herkunft der Mitglieder spielt keine Rolle) und das Bekenntnis zum Waffenstudententum (Corpstudenten fechten Mensuren).

Weitere Formen schlagender Verbindungen sind die Burschenschaften, Landsmannschaften, Sängerschaften und Turnerschaften.

Es gibt nichtschlagende Verbindungen. Manche sind teilweise farbentragend, teilweise auch schwarz (d.h. nichtfarbtragend). Andere Verbindungen sind konfessionell gebunden. Desweiteren gibt es gemischte Verbindungen (männliche und weibliche Mitglieder) sowie auch reine Damenverbindungen.

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